15. April 2021

Konfirmation in Corona-Zeiten:
neue Wege für ein besonderes Fest

Der 24. April 2021 hätte für die Luther Konfirmandinnen und Konfirmanden ein ganz großer Tag werden sollen. Aufgeregt und stolz wären die 24 Jungen und Mädchen in die Kirche, mitten im alten Dorf gelegen, eingezogen – vorbei an Geschwistern, Eltern und Großeltern. Stattdessen werden sich die Jugendlichen an besagtem Wochenende unter Einhaltung der geltenden Corona-Regeln aufs Fahrrad schwingen, gemeinsam mit Pastorin Marit Ritzenhoff durchs Wunstorfer Land radeln und einen sogenannten „Bound“, eine digitale, multimediale Schnitzeljagd mit Wissensquiz und kreativen Aufgaben, gestalten.

Digitale Schnitzeljagd durch Luthe und die Umgebung

In Teams sollen sie auf diese Weise mit dem eigenen Smartphone die umliegenden Kirchengemeinden und andere Orte erkunden. „Wenn die jungen Leute an dem Wochenende schon nicht konfirmiert werden, sollen sie zumindest einen schönen Tag miteinander erleben“, sagt die Pastorin, die am darauffolgenden Sonntag zwei der künftigen Konfirmanden taufen wird. „Die Familien konnten sich mit einem Taufgottesdienst im kleinsten Kreis als Alternative arrangieren, weil nun zwei Monate später die große Feier stattfindet“, sagt Marit Ritzenhoff hoffnungsvoll.

Neuer Termin fürs Fest

Die Entscheidung, den neuen Termin für die Konfirmation auf das letzte Juniwochenende zu legen, hat sie mit den Eltern gemeinsam getroffen. „Dann kann man mit den Gästen draußen im Garten feiern“, so die Pastorin. „Und die drei Gottesdienste selbst können bei schönem Wetter notfalls in den Pfarrgarten verlegt werden.“ Die Jugendband spielt in allen drei Gottesdiensten, die Sängerinnen und Sänger stehen hinter einer Plexiglasscheibe.

Unvergesslich und außergewöhnlich

„Wir wollen ein unvergessliches Fest ausrichten, das haben sich die Konfis verdient“, sagt Marit Ritzenhoff, die den Abendmahlgottesdienst am Freitag vor dem Konfirmationswochenende am liebsten in der Kirche ausrichten will. Mit Maske und Handschuhen will die Pastorin zuvor Brot brechen und Saft in kleine Gläser füllen. Ganz gleich, unter welchen Bedingungen die Konfirmationen in der Pandemie also letztlich gefeiert werden: Sie werden etwas ganz Besonderes sein.

Vorbereitungen für Konfirmation in Münchehagen

Für Sönke von Stemm, Pastor in der Kirchengemeinde Münchehagen, steht schon seit Januar fest, dass die diesjährigen zwölf Konfirmandinnen und Konfirmanden erst im Sommer gebührend gefeiert werden sollen. „Am 4. Juli wollen wir – hoffentlich bei schönstem Sommerwetter – im Kirchgarten der Gemeinde zusammenkommen“, so von Stemm, der auch Dozent für Konfirmandenarbeit am Religionspädagogischen Instituts Rehburg-Loccum war. Die große Wiese unter freiem Himmel biete genügend Raum für sogenannte Familieninseln, die unbeschwertes Feiern unter Corona-Bedingungen ermöglichen.

Becher fürs Abendmahl selbst getöpfert

Erste Vorbereitungen für den großen Tag sind bereits getroffen: Die Jugendlichen haben in einer Töpferwerkstatt die eigenen Abendmahlsbecher gestaltet. Die Soundanlage ist bestellt, damit der Gottesdienst von allen Plätzen aus erlebbar wird. Ob Konfirmation in der Pandemie besonders ist? „Besonders ist, dass wir die Konfirmation feiern wie in jedem Jahr – und die jungen Leute in den Mittelpunkt stellen“, sagt Sönke von Stemm. Und dass am Ende alle fröhlich zusammen sind und Corona für einen Moment lang vergessen.

von Tanja Piepho 

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